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hanspetergerdes

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Sonntag, 16. Januar 2011, 11:14

Es geht um die Auflösung jeglichen Sinns

"Es geht um die Auflösung jeglichen Sinns"





Zwei Stars, zwei Welten: Albert Oehlen gehört zu den wichtigsten Malern seiner Generation und hat es bis ins MoMA geschafft. H. P. Baxxter ist der König der Trashkultur und füllt mit seiner Technoband Scooter die größten Konzerthallen Europas. Ein Gespräch über Stumpfheit als Stilmittel, Drastik in der Kunst und die Katharsis des Karnevals



High and low, here we go: Mitte der Nullerjahre begann der Maler Albert Oehlen, Wörter und Sätze über seine Bilder zu pinseln, die er aus dem Textfundus der Hamburger Technopop-Band Scooter ("Hyper Hyper!") gezogen hatte. In Interviews äußerte sich Oehlen zunehmend interessiert an den Positionen und der Meinung H. P. Baxxters, des Sängers von Scooter, der mit absurd-hohlen Slogans zu brachialen Technosounds seit Anfang der 90er-Jahre konstant Charterfolge feiert - und für viele (vor allem humorlose) Kritiker als Inbegriff des schlechten Geschmacks gilt. Auf Einladung der "Welt am Sonntag" trafen sich die beiden Popikonen erstmals zum Gedankenaustausch. Aufgezeichnet hat das Gespräch Max Dax - bei schwarzem Filterkaffee und Rosé-Champagner im vornehmen Hamburger "Atlantic"-Hotel.


Albert Oehlen: H. P., ich habe dieses Treffen angeregt, weil mich die Frage der totalen Sinnentleerung interessiert, die Frage der Oberflächen. Ich erinnere mich noch ganz genau an einen Scooter-Moment. Anfang der 90er habe ich euch das erste Mal auf Viva gesehen: den Arm gereckt, im Kommandoton auf den Betrachter zumarschierend. Ich dachte: O mein Gott, was ist denn da los?

H. P. Baxxter: Die Beschreibung haut hin. Die Inszenierung hatte übrigens keinen tieferen Sinn. Das Geheimnis von Scooter war die Unverkrampftheit. Wir hatten keine Ambitionen. Im Jahrzehnt vorher hingegen wollte ich unbedingt Popstar werden und tat alles dafür. Ich hatte eine Wave-Band, die hieß Celebrate The Nun. Diesem Unterfangen hat man offensichtlich den Wunsch nach Berühmtheit so sehr angemerkt, dass wir von Pleite zu Pleite schlitterten. Dann lösten wir die Band auf und gründeten mehr aus Zufall Scooter. Ohne jeden Anspruch. Und seitdem verkaufen wir Platten wie geschnitten Brot. Wie ging dir das in der Malerei? Hattest du von Anfang an ein Ziel? Wolltest du berühmt werden?

H. P. Baxxter: Nein, diesen Wunsch gab es so nicht. Es gab Ziele insofern, dass ich vor mir selbst sehr klar wusste, was ich gut und was ich schlecht fand. Aber das habe ich nie ausgesprochen.

Baxxter: Warum nicht?




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Baxxter: Ich wollte das Höchste. So groß und so toll es geht. Aber so etwas spricht man nicht aus, das spürt man nur. Wenn man dann Möglichkeiten bekommt, dann nutzt man die.

Baxxter: Wusstest du von Anfang an, dass du Maler werden würdest?

Baxxter: Als Kunststudent war das nicht zwingend. Ich habe das Malen aber zunehmend als Herausforderung angesehen, weil man sich automatisch als Maler in Vergleich stellt mit einem Großteil der Kunst, die vor einem gewesen ist. Als Maler zu wirken bedeutet ganz klar, latent größenwahnsinnig zu sein. Anders als, sagen wir, ein Videokünstler, der sich per Definition nur mit anderen Videokünstlern messen kann, nicht aber mit den Malern der Renaissance und anderer Kunstepochen. Erfinder eines Genres zu sein reizt mich nicht. Ich will nicht "der mit der Glühbirne" sein, weil dadurch Zeitlinie und Vergleichbarkeit wegfallen. Ich will lieber unter dem immensen Druck einer langen Tradition stehen.

Baxxter: Nach dem Abi dachte ich, ich sei der Größte. Ich wusste, dass ich Popstar werde. Und dann wollte dieses Ereignis einfach nicht eintreten.

Baxxter: Hast du da schon im Befehlston geschrien?

Baxxter: Nein, da habe ich noch ganz normal gesungen. Das Tolle an der Wave-Musik war ja, dass zwar der Gitarrist sein Instrument beherrschen, der Sänger aber nicht singen können musste, solange er eine gewisse Atmosphäre hinbekam. Auch Marc Almond konnte nicht singen. Trotzdem waren Soft Cell super.

Baxxter: Techno schließt insofern an Punk an, als es auch im Techno nie um Virtuosität ging.

Baxxter: Stimmt. Und heute ist es ja noch viel stumpfsinniger als je zuvor: Die jungen Leute programmieren sich ihre Songs im ICE am Laptop zusammen, und zwar mit Programmen, die an "Malen nach Zahlen" erinnern. Das geht völlig ohne Tastatur, nur noch intuitiv. Scooter sind dagegen eine geradezu altbackene Band: Wir spielen noch richtig Akkorde auf dem Keyboard und nehmen sie auf. Anders unser 18-jähriger Studiopraktikant: Der hält uns für Techno-Opas. Albert, hast du mit solchen Problemen zu kämpfen? Hält man dich für einen Kunst-Opa?

Baxxter: Nein. Technische Entwicklungen spielen nur dort eine Rolle, wo der Künstler genau dies will. Aber im Vergleich zur Musik sind das Einzelfälle. Techno steht ja für eine ganze Generation von Musikern, welche die Gitarre gegen den Computer eingetauscht hat. Eine solche Bewegung, die sich bedingungslos der Technik verschrieben hätte, hat es in der Kunst nie gegeben. Und noch etwas: Der Sound einer TR-303 reicht ja bereits, um beim Publikum eine gewisse nervöse Vorfreude und gute Laune auszulösen. Eine solche Vorab-Überwältigungsgarantie gibt es in der Kunst eigentlich nur dann, wenn mit Tricks gearbeitet wird. Wenn man mit Sachen Kunst macht, die alleine schon Reaktionen hervorrufen: Gold, Sex oder extremer Materialaufwand.

Baxxter: Gibt es in der Kunst Trends, an denen man sich orientieren muss, um nicht weg vom Fenster zu sein? In der Musik ist es so. Das kann ein Sound sein, ein Stimmenfilter oder eine Tempoänderung. Vollzieht man die nicht nach, ziehen die anderen an einem vorbei.

Baxxter: Nein, das ist in der Kunst nicht so saisonal. Es gibt gelegentlich technische Entwicklungen, sodass man von einem "Vorher" und einem "Nachher" sprechen muss. Ich denke da an den Großformat-Fotoprint. Es war ab einem bestimmten Zeitpunkt möglich, mit einer bis dato ungeahnten Qualität, Schärfe und Präzision riesige Fotoabzüge herzustellen. Das ist dann für eine Weile viel zu sehen.

Baxxter: Von den technischen Entwicklungen sind wir natürlich auch abhängig. Wenn wir da was verpassen, ziehen die anderen ebenfalls an uns vorbei.

Baxxter: Mich interessiert, ob es ganz spezifische Überwältigungseffekte gibt, die ihr bewusst einsetzt. Kann man gezielt Reaktionen provozieren? Damien Hirst hat diesen präparierten, lebensgroßen Haifisch in der Vitrine. Der Betrachter ist im Angesicht des Haifischs von der Arbeit überwältigt. Du kannst diesen Effekt beim Betrachter voraussagen.

Baxxter: Du bist von der Naturgewalt beeindruckt, die dich anstarrt, ich verstehe. In der Musik wäre die Entsprechung zum Hai oder zum Gold oder zum Diamantenschädel, vermute ich mal, die Stille. Und im Kontrast dazu die Lautstärke. Es spielt keine Rolle, ob der dynamische Kontrast von einem Idioten oder einem Supermusiker gesetzt wird. Nur Stille funktioniert nicht, und nur Lautstärke stumpft auch ab. Es sind regelmäßig die vier Takte absolute Stille inmitten eines Technobeats, welche die Massen zum Ausrasten bringen. Oder du kannst Sex ins Spiel bringen, indem du auf der Leinwand hinter der Bühne oder im Video zum Song explizit Dinge zeigst. Der Mensch hat Augen. Er sieht Sex, und er hört laute Musik. Das eine beschleunigt das andere.

Baxxter: Mich interessieren Effekte, die keine Kreativität involvieren.

Baxxter: Ich wüsste zum Beispiel nicht, worin die Kreativität liegen sollte, wenn Scooter auf der Bühne im Gleichschritt, synchron marschieren. Aber die Leute fahren immer darauf ab.

Baxxter: Der Schriftsteller Rainald Goetz hat sich mit Techno sehr intensiv befasst. Er kommt zu dem Schluss, dass es eine glücklich machende Tonhöhe oder Frequenz im Techno geben muss. Anders könne er sich die stets wiederkehrende Euphorie nicht erklären.

Baxxter: Körperliche Erschöpfung ist Voraussetzung. Nicht umsonst tanzen die Menschen zehn, zwölf Stunden am Stück. Wenn dann für vier Takte die Musik aussetzt und völlige Stille herrscht und dann der Beat wieder einsetzt - das ist pure, voraussagbare Euphorie.

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hanspetergerdes

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Sonntag, 16. Januar 2011, 11:16

Seite 2

Baxxter: Aber dieser Effekt könnte doch auch dem Einfühlungsvermögen des DJs zu verdanken sein, der situativ Musik im Moment "komponiert". Das wäre, anders als die glücklich machende Frequenz, die möglicherweise eines Tages wissenschaftlich beweisbar sein wird, doch wieder ein kreativer Akt, oder nicht?

Baxxter: Ich würde da nicht von Kreativität reden. Es kommt einfach nur darauf an, dass auf einen über eine längere Zeit durchgehaltenen Beat dieser Moment der Stille folgt - und es dann anschließend wieder losgeht. Luftkriegalarmsirenen sind auch ein gern genommener Effekt. Es geht immer um den Gegensatz. Laut/leise. Langsam/schnell. Hart/lieblich. Das hat zunächst einmal nichts mit Kreativität zu tun.

Baxxter: Rave und Techno haben für mich viel mit Durchrattern zu tun. Ist die Maschine einmal angeschmissen, hat sie durchzulaufen, um den Zustand körperlicher Trance zu erreichen. Bei euch gibt es Songs und somit Unterbrechungen. Das ist doch ein Widerspruch zu dem, was man von Techno erwartet.

Baxxter: Scooter haben schon immer versucht, einen ganzen Rave-Abend in drei Minuten 30 Sekunden zu packen. Ich würde fast sagen, dass wir uns der Struktur von Popsongs bedienen. Es gibt bei uns immer ein Intro, Strophen und Refrains.

Baxxter: Was ist mit Anbrüllen im Stroboskoplicht?

Baxxter: Das funktioniert live. Immer. Genauso: Pyro in die Luft jagen, und zwar am besten im Moment der Stille. Da weiß ich als Performer auf der Bühne schon vorher: Jetzt reißen sie gleich die Arme in die Luft. Ungleich schwerer ist es, solche Effekte in einer Single oder einem Album zur Geltung zu bringen. Nicht umsonst gibt es so viele One-Hit-Wonder. Denen ist dann ein Effekt einmal zufällig gelungen, und sie wissen nicht, wie sie ihn reproduzieren können. Es gibt keine Erfolgsgarantie bei Plattenveröffentlichungen. Außer vielleicht die einer wiedererkennbaren Stimme.

Baxxter: Das ist eine Problematik, die ich auch kenne. Ich habe viel mit Slogans gearbeitet, die ich in meine Bilder hineinmalte. Mein größter "Hit" war: "Hallelu9". Aber so etwas ist nicht unendlich reproduzierbar.

Baxxter: The KLF haben auch mit Verneinungen gearbeitet. Einer ihrer Hits trug den Titel "Don't Take Five".

Baxxter: Das ist natürlich genial, denn es ist doppelt absurd. Das Original von Dave Brubeck meint ja nicht: "Nimm fünf", sondern: "Einspielung Nummer fünf".

Baxxter: Da wäre ich nie drauf gekommen. Aber so ist das mit genialen Einfällen: Sie überstrahlen alles.

Baxxter: Fühlt ihr euch verpflichtet, immer etwas Neues zu machen?

Baxxter: Gerade erst kürzlich haben wir alle unsere alten Instrumente, von denen wir genau wissen, wie wir ihnen die ganz speziellen Sounds entlocken können, beiseitegelegt und uns neue Sequencer und Instrumente zugelegt. Wir haben uns eine Situation geschaffen, in der wir uns nicht mehr auf sicherem Terrain bewegen.

Baxxter: Interessant. Das ist ein methodisches Vorgehen, das ich auch von meinen Kunststudenten immer wieder verlangt habe: Ab und zu müssen sie ihr Material überprüfen. Jeder Pinsel und jede Leinwand, die sie benutzen, muss dann hinterfragt werden. Es geht auch darum, ob man automatisch den gleichen Pinsel wieder kauft, den man beim letzten Mal schon benutzt hatte. Schleichen sich aber solche Automatismen ein, werden die Bilder unabsichtlich ähnlich. Wenn man sich aber zwingt, mit völlig neuem Material zu arbeiten, ist man auch gezwungen, auf dieses Material zu reagieren. Dadurch machst du dir dein eigenes Handeln bewusst.

Baxxter: Es ist so leicht, selbstgefällig zu werden und in Routinen zu verfallen. Den gleichen Sound zu benutzen wie beim letzten Hit und lediglich eine neue Melodie einzuspielen ist in der Regel tödlich. Denn man kommt nicht vorwärts. Ich war neulich nach langer Zeit mal wieder auf Ibiza. Ich war schockiert, wie sich die Musik verändert hat. Das hat mich daran erinnert, dass wir anderswo als bei uns selbst anknüpfen müssen. Wenn es einen neuen Sound gibt, dann müssen den alle im Rahmen seiner Halbwertszeit auswringen. Benutzt man den neuen Sound nicht, ist man raus. Benutzt man ihn zu spät, ist man ebenfalls raus.

Baxxter: Stellst du dir die Frage, wie etwas zu Scooter wird, wenn du bei anderen klaust?

Baxxter: Es gibt einen Scooter-Slogan, der lautet: "Transforming the tunes". Das sagt ja nichts anderes aus als: Wir nehmen etwas und transformieren es zu Scooter.

Baxxter: Kann es sein, dass ihr Musiker sehr locker mit der Frage der Urheberschaft umgeht?

Baxxter: Was hat der Sound einer Bassdrum mit Urheberschaft zu tun? Ärger und Gemecker gibt's eher, wenn man Melodien oder Harmoniefolgen klaut. Aber wenn sich Leute aufregen und Urheberschaft reklamieren, denke ich immer: Ihr habt es doch auch irgendwoher geklaut. Es gibt doch keine Originalität mehr. Es hat doch schon alles gegeben. Sampling ist nur ein anderes Wort für "cut and paste". Klauen und Selbstbedienung gehören zum Geschäft.

Baxxter: Die herkömmliche Vorstellung sieht den Künstler als komplexe Person, die Ausdruck sucht für das, was sie ist, denkt und fühlt. Du stehst eher für das Gegenteil. Du stehst für das Bild des Künstlers, der dem perfekten Track hinterherläuft. Der ist euch mit "Hyper Hyper!" mindestens einmal gelungen.

Baxxter: In dem Song haben wir alle Bestandteile, über die wir gesprochen haben: den Break, die Stille, die Harmonien, die eine feierliche Gänsehaut erzeugen, den Kommandoton, die Lautstärke. Ein Idealfall und somit nicht, oder sollte ich sagen: leider nicht reproduzierbar. Übrigens war "Hyper Hyper!" in seiner Urfassung über fünf Minuten lang. Wir haben den Song dann auf drei Minuten 30 Sekunden gekürzt - die klassische Länge des Pophits. Ich bin mir heute sicher, dass er nie ein Hit geworden wäre, wenn wir ihn in seiner ursprünglichen Länge belassen hätten.

Baxxter: Es fällt auf, dass ihr euch immer an eine Masse wendet und nicht an den Hörer als Individuum.

Baxxter: In "Hyper Hyper!", also zu einem Zeitpunkt, an dem man uns noch gar nicht kannte, haben wir den Stadionapplaus von Zehntausenden in den Song hineingemischt.

Baxxter: Der suggerierte Massenaufmarsch bedient sich natürlich bei Effekten, die schon Leni Riefenstahl zu nutzen wusste. Ihr spielt damit.

Baxxter: Aber Raves sind doch nichts anderes als echte Massenaufmärsche. Die Erfahrungen, die man auf Raves macht, wenn man in der Masse seine Individualität verliert und in ihr aufgeht, sind einzigartig. Schon der Weg zu einer solchen alten Industriehalle, in der ein Rave stattfand, war von Vorfreude geprägt, wenn man schon von Weitem das Vibrieren der Bassdrum im Magen spürte und sich im Kopf die Vorstellung festsetzte: Wenn ich erst einmal in der Halle bin, wird das Dach abheben. Der Stadionapplaus in "Hyper Hyper!" bezieht sich auf solcherlei befreite Rave-Erfahrungen und nicht auf Hitlers Parteitage.

Baxxter: Der Text ist purer Nonsens. Es handelt sich um die völlige Auflösung von jeglichem Sinn. Mir ist aufgefallen: Das ist Touristensprache. Kontaktaufnahme mit reduzierten Mitteln.

Baxxter: Der Schlachtruf "Hyper Hyper!" ist Weltklasse in dem Sinne, dass er in Singapur, China, Brasilien, Europa und Ägypten gleichermaßen verstanden wird. Den Text gibt es übrigens nur, weil es einen Text zwingend geben muss. Die Menschen reagieren auf die Stimme, nicht auf den Instrumentaltrack darunter. Es gibt in der Popgeschichte nur eine Handvoll Instrumentaltracks, die es zum Hit gebracht haben.

Baxxter: Die Slogans, die von Scooter benutzt werden, wirken wie Infantilisierungshebel: Der Verstand wird an der Kasse abgegeben, und dann kann's losgehen.

Baxxter: Nehmen wir einen Menschen, der Probleme hat und sich zergrübelt. Für denjenigen kann es von enormem, rettendem Vorteil sein, sein Hirn an der Garderobe abzugeben und die Sau rauszulassen. Zu viel Grübelei macht die Menschen mürbe.

Baxxter: Warst du schon mal auf dem Kölner Karneval?

Baxxter: Nein, als Nordlicht erschließt sich mir diese Verkleiderei nicht.

Baxxter: Vergiss das, was du im Fernsehen gesehen hast! Das ist entsetzlich. Da geht es um den Kurzschluss von völliger Idiotie und einem Zen-artigen Gleichmut. Die wirklich guten Lieder haben Weisheit und Stumpfsinn so verschmolzen, dass es unentwirrbar ist. Ich denke da an Stücke wie "Wir lassen den Dom in Köln, denn da gehört er hin / Was soll er auch woanders? Das hat doch keinen Sinn".

Baxxter: Genial.

Baxxter: Ich denke, dass die Slogans bei Scooter eine ähnliche Funktion haben.

Baxxter: Das sehe ich ähnlich, aber keinesfalls negativ.

Baxxter: Es ist ja auch nicht negativ gemeint.

Baxxter: Wenn wir die Lautstärke auf die Menschen loslassen, und dann rufe ich in die Stille: "How much is the fish?", dann können die Menschen das nicht mehr nachvollziehen. Dann können die nur noch mitmachen.

Scooter treten am 25.06.2011 in der Imtech Arena in Hamburg auf. Albert Oehlens nächste Ausstellung eröffnet am 29. April in der Galerie Max Hetzler in Berlin

QUELLE http://www.welt.de/print/wams/kultur/art…chen-Sinns.html

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Sonntag, 16. Januar 2011, 11:21

Danke für den Artikel ! ;)

Some interesting facts in it ! :thumbup:
"You've got the choice. Jaguar, (MG)-Rover, Bentley, Royce!" :D

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Scooterworld« (16. Januar 2011, 11:55)


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Sonntag, 16. Januar 2011, 12:06

traduction in english please ;)

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Sonntag, 16. Januar 2011, 15:51

This is a very good and illuminating piece! My only complaint is that the speaker labels are accidentally in HP's name for all but the first few lines, so it's sometimes confusing to know which one's speaking.

Love this line: "Scooter haben schon immer versucht, einen ganzen Rave-Abend in drei Minuten 30 Sekunden zu packen."

This is also interesting: "Gerade erst kürzlich haben wir alle unsere alten Instrumente, von denen wir genau wissen, wie wir ihnen die ganz speziellen Sounds entlocken können, beiseitegelegt und uns neue Sequencer und Instrumente zugelegt. Wir haben uns eine Situation geschaffen, in der wir uns nicht mehr auf sicherem Terrain bewegen." I don't know if it has happened before or after UTROTT, but I'd assume after; that they have set aside the familiar instruments they know so well and gotten new sequencers and instruments, and are thus now treading on an unknown terrain (or something like that). This might give some pretty nice changes to the sound! 8) And new possibilities too, given the different nature of different instruments.

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Sonntag, 16. Januar 2011, 18:33

There are indeed many interesting messages from HP in this interview, very informative. I also like the Rave night in 3:30 minutes :D ... and indeed it looks like Scooter want to make a totally different sounds, so take the new stuff to not copy themselves too much. :) And HP also explains why they follow trends, and that they have to to remain alive ;) Really interesting stuff !!!
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Scar

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Sonntag, 16. Januar 2011, 21:13

Please, translate it in English. I can't understand a word!
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Montag, 17. Januar 2011, 00:06

the most interesting is the following comment by H.P.:

Zitat

Gerade erst kürzlich haben wir alle unsere alten Instrumente, von denen wir genau wissen, wie wir ihnen die ganz speziellen Sounds entlocken können, beiseitegelegt und uns neue Sequencer und Instrumente zugelegt. Wir haben uns eine Situation geschaffen, in der wir uns nicht mehr auf sicherem Terrain bewegen.


simple translation

Zitat

Recently we put away all our old instruments and purchased new Sequencer so we are not on secure terrain anymore


So this means the upcomming single and album will be something new without the common scooter sounds we know from past albums and singles. Ok, scooter told they will come up with a new style they have never done before but it seems it has come to an end with the usal/common/typical scooter sound

9

Montag, 17. Januar 2011, 00:13

Nevertheless, with HP on the mic and Rick on the keys, the new stuff will have some sort of Scooter vibe :D
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Montag, 17. Januar 2011, 21:41

@scar: tebe nuzhen eshö perevod celogo intervju? ..

is there anyone who still needs a translation of the whole interview?
i'd do it now..
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11

Montag, 17. Januar 2011, 21:44

I'd be grateful if you could :)
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Scar

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Dienstag, 18. Januar 2011, 00:02

@scar: tebe nuzhen eshö perevod celogo intervju? ..

is there anyone who still needs a translation of the whole interview?
i'd do it now..


Yes, I need it very much
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Dienstag, 18. Januar 2011, 00:15

alright, NOW it loox like enough demand ^^
i'll do my best to finish it till tomorrow afternoon.
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Scar

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Dienstag, 18. Januar 2011, 16:18

OK, waiting :)
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Dienstag, 18. Januar 2011, 21:54

omg, after my return from school at 7pm i was translating nonstop but till now i only finished a half (i wanna make a proper and authentic translation). the lenght is really overwhembling :D
i'll finish it tomorrow.
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hanspetergerdes

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Dienstag, 18. Januar 2011, 22:05

ihr ist der englische link


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Dienstag, 18. Januar 2011, 22:11

i'd say its total CR4P :D
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Dienstag, 18. Januar 2011, 23:36

Yeah. I too am waiting to read an authentic translation, my lousy German combined with translation software left some things unclear (and some I probably just misunderstood). Good to hear one's coming...

Scar

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Mittwoch, 19. Januar 2011, 13:36

omg, after my return from school at 7pm i was translating nonstop but till now i only finished a half (i wanna make a proper and authentic translation). the lenght is really overwhembling
i'll finish it tomorrow.


No probs, mate! We'll wait! :)
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Mittwoch, 19. Januar 2011, 19:26

High and low, here we go: in the mid 90s the painter Albert Oehlen started to brush words & sentences above his paintings which he had taken from some scooter-lyrics. In interviews he more and more expressed to be interessed in the positions and the opinion of H.P. Baxxter, the vocalist of scooter who celebrates success in the charts with absurdly stupid slogans combined with brute technosounds, since the beginning of the 90s. For many critics, especially the ones without a sense of humor, he is the epitome of bad taste.
at invitation of "welt online" both pop-icones encountered each other for the first time to make a exchange of ideas.

Albert Oehlen: i remember a scooter moment at the beginning of the 90s very exactly: a racked arm, approaching the audience screaming something in a commanding tone. i just thought: oh my god, what the hell is going on?

H.P. Baxxter: the description fits. by the way, the scening had no deeper meaning. the secret of scooter always was the looseness and we hadnt any ambitions whereas 10 years earlier i wanted absolutely to become a popstar and i did everything to reach this aim. i had a wave-band called celebrate the nun. but apparently my wanting to get famous was too obvious so that we only experienced brokes. then we dissolved the band and founded scooter, rather out of coincidence. without any aspiration. since then we sell our recordings like clockwork.
and what about your painting? did you have an aim, right from the beginning? did you want to get famous?

Oehlen: no, there wasnt such a wish. well, actually there were aims but i was able to estimate myself very well what i am doing but i never expressed this.

Baxxter: why?

Oehlen: i aspired after the highest. as huge and as great as possible. but one never utter such things, one only can feel it. and if one get the opportunitys then, one use them.

Baxxter: did you know from the very beginning that you want to get painter?

Oehlen: as a student of arts it wasnt compelling but i considered painting more and more as a challange as one compare oneself automatically with other arts.
for appealing as an artist one definitely have to be latently megalomanic. the situation is different with, lets say, a video artist, who can compete with other video artists by definition, but not with the renaissance painters or the ones from other arts eras. it doesnt tease me to be the inventor of a genre. i dont want to be this guy with the bulb, as this makes disappear the timeline and comparability. i rather want to be in the hot seat of a long tradition.

Baxxter: with my "abitur" certificate in the pocket i thought i was the greatest. i knew that i'll become a popstar. and then this event didnt occur.

Oehlen: were you shouting in the commanding tone already back then?

Baxxter: no, i was just singing. the great thing about wave music was the fact that the guitarist had to master his instrument but the singer hadnt to be a good one as long as he managed to create a special atmosphere. marc almond couldnt sing either. anyway soft cell were awesome.

Oehlen: techno music connects to punk to the extent that neither in this genre it was ever about virtuosity.

Baxxter: thats true. and nowadays its even more dull than ever before. the young people program their songs on their laptops together, sitting in the train, with the aid of tools which remind one of "color by numbers". it works without a keyboard, only intuitive. however scooter are literally frumpy. we still truly play chords on the keyboard and record them. but our 18 years old trainee thinks we are techno grandpa's.
albert, did you ever have to deal with this kind of problems?
are you considered as a arts grandpa?

Oehlen: no, technical progress plays a role only where the artist wants it to. but compared to music this are isolated cases. techno stands for a generation of musicians who swapped their guitars for computers. there was never such a flow in the arts. by the way: the sound of a TR-303 is enough to cause some kind of euphoria in the autdience whereas in the arts such a mindblow guarantee is given only if one works with tricks. the content must be gold sex or enormous materials imput.

Baxxter: are there trends in the arts which you should follow in order to stay on the case? this is what its like in the music scene. the sound may be different, another voice filter or a bpm change. if you dont go along with it, the others will overtake you.

Oehlen: no, in the arts its not seasonal. sometimes there are technical evolutions so that on have to refer to "before" and "after". this is where i think of big foto posters for example. from a certain point in time on it was possible to create giant foto prints with hitherto unimagined quality, precision and sharpness. there's much to see for a while.

Baxxter: we are depended from technical evolutions too, of course. if we miss something, the other will overtake us as well.

Oehlen: are there very special overpower effects that you utilize consciously? is it possible to provocate reactions purposefully? damien hirst has got this prepared, full-size shark in his vitrine. the beholder is simply overpowered given the shark. you can predict this effect with the beholder.

Baxxter: you are overwhembled by the nature forces that looks at you, i comprehend. in the music , i guess, the analogy to the shark, gold & diamond skull would be the silence. with the loudness in contrast. it doesnt matter wheather the dynamic contrast is set up by an idiot or a super musician. only silence doesnt work, just loudness neither. there are regularly 4 bars of absolute silence in the middle of a techno beat, which make the posse loose control. you can throw in sex too by showing something explecite, related to the song ,on the canvas or in the video. the human beings have got eyes. they see sex and they listen to loud music. both accelerates one other.

Oehlen: im interessted in effects which involve your creativity.

Baxxter: for instance i dont know where's the creativity when scooter march synchronically on the stage. but the people love it.

Oehlen: the author rainald goetz concerned with techno music very intensively. he thinks that there must be a euphorizing frequency in the techno music. he doesnt see another reason for the recurring euphoria.

Baxxter: physical exhaustment is the premise. people dance ten or twelfe hours nonstop not by accident. and then, when there are these four bars silence and the beat kicks in again - this is pure, predictable euphoria.

Oehlen: but this effect may be due to the empathy of the DJ after all. this would be a creative action whereas the euphoriant frequency one day may become scientifically provable, wouldn't it?
#yesThisIsDawg